Jodlerklub Wattwil


Bericht zum Unterhaltungsabend des Jodlerklub Wattwil vom 27.4.2018

 

Titel: Jodlerfamilie trifft auf Familienjodler

Oder

«In jeder Tonart schwingt der Jodel mit»

 

 

Viel familieneigener Jodlernachwuchs beim Jodlerklub und den Gästen aus dem Emmental und stimmiger Jodelgesang vor vollem Haus trugen am Freitagabend im Thurparksaal zum Erfolg der diesjährigen Unterhaltungsabende des Jodlerklub Wattwil bei.

 

Die vier Jodler Lukas Wohlgensinger, Ueli Ackermann, Sepp Forrer und Michael Roth eröffneten den Unterhaltungsabend des Jodlerklub Wattwil, der mit beneidenswertem Nachwuchs und vielen Eigenkompositionen das Publikum in seinen Bann zog, mit dem Naturjodel «De Forrer». Das Lied «De Moment» liess den eigenen Stil des Dirigenten Ruedi Roth erkennen. «Ein Treffer», wie Präsident Fredli Kuratli später sagte, war sicherlich die Jodlerfamilie Leuenberger aus Eggiwil im Emmental, die mit dem Musikstück «Mit dem Rad durchs Kärtnerland» die sich durch die ganze Familie ziehende musikalische Begabung an Schwyzerörgeli und Bass erkennen liess. Vater Edwin, Mutter Marianne und ihre drei Kinder Nadia, Lukas und Matthias vermochten das disziplinierte Publikum im Thurpark von Anfang an zu begeistern. Auch der Gesang der Berner Jodlerfamilie überzeugte beim Lied «Uf Bluestfahrt» von Stefan Haldimann. Die Wattwiler sangen als Uraufführung den Naturjodel «De Chrüzeggler», der wohl wegen dem jungen Jodler Roman Manser den Weg in die Feder des Dirigenten gefunden hat. Das kirchlich-besinnlich anmutende Lied «Hoffnig» von Willi Valotti wurde vom Chor grossartig gesungen und mit dem von Lukas Wohlgensinger phänomenal vorgetragenen Liedjodel zu einem Erlebnis gemacht. Rein bis auf den letzten Ton sang die Emmentaler Jodlerfamilie die Lieder «Mi schönsti Melodie» von Hannes Furrer und «Was i gspüre» von Ueli Moor. Virtuos wechselten die Stimmen der Wattwiler Jodler beim «Winterklang» ab und das Lied «D’ Händ» von Ruedi Roth verblüffte das Publikum mit einer zauberhaften Melodie, die den Text voll zur Geltung brachte. Vor der Pause wurde die Zuhörer in kurzen Sketchen Zeugen der Schwierigkeiten, die beim Aufnehmen des anlässlich der Unterhaltung lancierten neuen Tonträgers auf die Jodler zukommen kann. Im von Tontechniker und Musiker Michi Jud in Mosnang neu erbauten professionellen Tonstudio trafen die Jodler Bedingungen an, von denen sie im ersten Teil der Aufnahmen im Bastelraum der Schule Mosnang nur träumen konnten. Witzig präsentierten sich die Sänger in Winterkleidern passend zum Naturjodel «Winterklang», oder um Jahre gealtert zum Jubiläumsjodel «De 80er», der nach der Pause aufgeführt wurde. In gewohnt witziger Art führte Hansueli Scherrer durch diese kurzen Sketchs, bevor alle Jodlerfreunde in die grosse Pause entlassen wurden. Auf weitere zwei Vorträge der Gäste aus dem Kanton Bern – «Spaziere oder suscht öppis» mit vier Schwyzerörgeli und Bassgeige sowie der Juz «Jodlerstern» von Fredy Wallimann - folgte der gebührend zelebrierte Rücktritt von Jodler Ernst Alder, seit unglaublichen 52 Jahren Mitglied im Jodlerklub Wattwil. Humorvoll erzählte der unterdessen pensionierte Landwirt, wegen seinen Ferien habe er halt häufig Terminkollisionen mit den Auftritten des Jodlerklubs, zudem sei er ein regelrechter Reisevogel geworden und würde diesem Hobby gerne mehr Zeit widmen. Die Dankbarkeit für die jahrelange intensive Kameradschaft war auf beiden Seiten zu spüren und mit einem langanhaltenden Applaus wurde Ernst Alder verabschiedet, bevor der Klub das erstmals aufgeführte Lied «Jodlerbruch» von Ruedi Roth und den Jodel «De 80er» in gewohnter Reinheit und mit beeindruckender Dynamik der vier Stimmen zum Besten gab. Marie Theres von Gunten hat mit dem Lied «Im Läbe hetti mängisch no» ein anspruchsvolles Lied fast wie für Leuenbergers geschrieben und sie sangen es umwerfend schön. Mit Miriam Schafroths «Chirschibaum» und der Zugabe «Ich dänk echli na» von Ueli Moor verabschiedete sich die aussergewöhnliche Jodlerfamilie vom Publikum und erntete für ihren perfekten, jodeltechnisch ausgeklügelten und doch natürlichen Gesang einen wohlverdienten Applaus des Toggenburger Publikums. Die Naturjodel-Kompositionen des Toggenburger Komponisten Hans Müller-Luchsinger wurden Ruedi Roth in der Stadt Zürich überreicht und er hat Melodien aus der Sammlung mit dem Chor neu vertont. Was er daraus machte liess bei der im Saal sitzenden Tochter Luchsingers Heidi Roth – ehemalige Jodlerin des Jodelchörli Alperösli Wattwil –Erinnerungen an den komponierenden Vater aufkommen. Das Lied «Es tönt jetzt für dii» sowie der Naturjodel «De Looser» als Zugabe bildeten den würdigen Abschluss des musikalisch hochstehenden Konzertabends und es durfte noch bis in die Nacht zur virtuosen Musik der Jodlerfamilie Leuenberger getanzt werden. Am Samstag traten als Gastformationen das Schötzechörli Stein sowie das Ländlertrio Frick-Maduz auf.

 

Lichtensteig, 28.4.2018

 

Anna Gasser